Andrea Martini
Tödliches Chaos – Ein Fall für Kommissar Krohn
5. Krimimini
neobooks Selfpublishing
25 S.
ISBN 978-3-8476-3632-8
ISBN-10 3-8476-3632-4
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“Death on disorder” im neuen Gewand der “Krimiminis”!
Leben Sie allein? Vergessen Sie manchmal, das Treppenhaus zu putzen? Oder überschreitet die Hecke Ihres Schrebergartens die zulässige Wuchshöhe? Dann seien Sie auf der Hut! Es könnte ein übles Ende mit Ihnen nehmen.
Hauptkommissar Klaus Krohn und sein Kollege Peter Niehaus sind ratlos. Wer rammt einer unbescholtenen Mieterin eine Kehrschaufel in die Kehle? Dieser Todesfall ist nicht der einzige, der Krohn beschäftigt. Ein Zufallsfund im Internet bringt ihn auf die Spur weiterer Morde. Offenbar ist ein Serienmörder am Werk, der es auf alleinlebende Menschen abgesehen hat. Erst ein weiteres Tatortfoto, das via Twitter verbreitet wird, bringt Krohn auf die richtige Spur.
Die Tür der Wohnung war nur angelehnt. Mit dem Ärmel seines Jacketts wischte Kommissar Klaus Krohn sich den Schweiß von der Stirn. Dahinter pulsierte der vertraute Schmerz. Er drückte den Arm vor die Nase, als sie den ekelerregenden süßlichen Gestank einfing, der aus der Wohnung kroch.
Drinnen war das Team der Spurensicherung bereits im Einsatz und sein Kollege, Peter Niehaus, kam ihm entgegen. Mit dem Daumen der linken Hand hielt er sein Notizbuch aufgeschlagen, die rechte Hand wedelte mit einem Kugelschreiber. Sein angespannter Ausdruck und die bleiche Gesichtsfarbe verhießen nichts Gutes.
„Hallo, Peter“, sagte Krohn. „Was ist passiert?“
„Es ist gruselig, Klaus, so was hast du noch nicht gesehen“, antwortete Niehaus.
Krohns Kollege machte auf dem Absatz kehrt und führte ihn in ein Zimmer am Ende eines langen Flurs. Ein graues Sofa, ein mit Büchern und Zeitschriften beladener Couchtisch, zwei Bücherregale und ein Rolltisch mit einem Fernsehgerät waren die einzigen Möbel. Über der Couch hing ein Kunstdruck von Kandinsky, der dem vorherrschenden Grau wenig entgegenzusetzen hatte. Die Szenerie wurde beleuchtet von einer tiefstehenden Mittagssonne, die durch die kahlen Äste eines großen Baums im Innenhof schien und bizarre Zackenmuster auf den Beton warf, der die Fenster außen zu beiden Seiten einrahmte. Hinter dem Fenster entdeckte Krohn einen Balkon, den man über die Glastür daneben betreten konnte, hätte sich nicht der Polizeifotograf davor postiert, die Kamera auf den Boden vor seinen Füßen gerichtet.
Dort befand sich die Leiche der Bewohnerin. Zumindest vermutete Krohn, dass es einmal die Bewohnerin gewesen sein musste. Die Gesichtszüge der Person hatten bereits begonnen zu zerfließen und ließen die Konturen des darunter liegenden Schädels bloß erahnen. Die ausdruckslosen Augen, umgeben von blau-violett gefärbter Haut, waren fast in ihren Höhlen verschwunden, helles glanzloses Haar floss in langen Strähnen über den dunklen Teppich. In der Kehle der Toten steckte die Kante einer weiß lackierten metallenen Kehrschaufel.