Mehr Platz – Teil 3: Daten in der Wolke

Was gibt es Schlimmeres für einen Computernutzer, noch dazu, wenn er ein viel schreibender Schriftsteller oder auch nur ein viel übender Möchtegern ist, als ein Virus oder ein Festplattencrash oder sonstiges Ungemach. Und dann keine Datensicherung gemacht. Jetzt ist guter Rat teuer. Vorbeugung wäre besser gewesen. Hättewärewenn …

Im Zeitalter von Cloud Computing ist Datensicherung über das Netz kein Problem mehr. Mittlerweile gibt es viele Anbieter, die kostenlos Plattenplatz zur Verfügung stellen.

Einer dieser Anbieter ist Dropbox. Man installiert ein Desktop-Programm, das man als solches gar nicht wahrnimmt. Dropbox erstellt „nur“ einen Ordner namens „My Dropbox“. Alle Dateien, die man hier ablegt, werden mit dem Dropbox-Server synchronisiert, sofern eine Internetverbindung besteht. Jede Aktualisierung an Dateien in diesem Ordner, jedes Löschen und Hinzufügen bekommt die Anwendung mit und synchronisiert unaufgefordert. Über die Webanwendung von Dropbox kann ich dann von überall auf der Welt auf die Dateien in meinem Dropbox-Ordner zugreifen. Schluss mit Dateien-vergessen-auf-den-USB-Stick-zu-laden.

Für Fotos hat sich Dropbox etwas besonders Nettes ausgedacht. Alle Bilder im Ordner „Photos“ lassen sich als Galerie anschauen.

Darüber hinaus können auch andere Dropbox-Nutzer auf Dateien zugreifen, die ich für denjenigen freigegeben habe. Damit ist das Arbeiten an gemeinsamen Dateien möglich. Jeder Benutzer sieht immer den aktuellen Stand der Datei. Wenn ich etwas am Dokument geändert habe, kann der Partner-Dropbox-Nutzer sofort auf die aktuelle Version zugreifen und umbekehrt. Keine langwierigen Benachrichtigungen, dass es etwas Neues gibt, kein Hin- und Herschicken von Dateien mehr. Einfacher geht es wirklich kaum. Einzige Bedingung: Der Mitnutzer muss ebenfalls bei Dropbox angemeldet sein. Das gilt übrigens auch für die Freigabe von Bildern.

Wer Dropbox nutzen möchte, kann unter diesem Link das Programm herunterladen und installieren. Dabei werden Ihnen und mir zu den ohnehin kostenlosen 2 GB Speicherplatz 250 MB geschenkt.

Weitere kostenlose Möglichkeiten, Dateien im Netz zu speichern, sind z. B.

  • mydrive.ch
    Der Anbieter vergibt ebenfalls 2 GB und eignet sich besonders für das Teilen von Multimediadateien. Fotos können als Slideshow angesehen werden und für Musik gibt es einen MP3-Player.
  • Google Docs
    Die Cloud-Anwendung für Texte und Tabellen und inzwischen auch beliebige andere Text-Dateien
  • Google waves
    Die Arbeitsoberfläche von Google in der Wolke. Hier können in Echtzeit kooperativ Texte, Weblogeinträge etc. pp. entstehen. Man kann sogar live sehen, was ein anderer gerade schreibt. Voraussetzung: Alle Projektteilnehmer haben einen Google-Waves-Account. Wer Interesse daran hat, das einmal auszuprobieren, der kann von mir eine Einladung bekommen, da waves noch nicht im offiziellen Angebot ist. Schicken Sie mir einfach Ihre E-Mail-Adresse.
  • Picasa
    Fotoalben unter Google ablegen und beliebig freigeben (der Betrachter braucht kein eigenes Google-Konto)

All diese Cloud-Anwendungen haben eines gemeinsam: Dokumente müssen manuell aktualisiert werden. Es gibt keinen Automatismus, der die Dateien synchron hält. Das ist ein entscheidender Vorteil von Dropbox. Denn wie oft hat man schon vergessen, nach getaner Arbeit eine Sicherung anzufertigen. Und ausgerechnet, wenn man gerade einen produktiven Tag abgeschlossen hat, ist am nächsten Tag die Festplatte kaputt. Murphy lässt schön grüßen.

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