Vernetzt – Teil 2: Schriftstellerforen

In den Treffen unserer Schreibgruppe merke ich immer wieder, wie wichtig mir der Austausch mit anderen Schreiberlingen ist. Doch um nur mal kurz eine Frage loszuwerden, treffen wir uns viel zu selten. Vielmehr geht es in den Treffen darum, eigene Texte vorzustellen und von den Anderen Anregungen, Kritik und natürlich auch massenhaft Lob einzustecken. In diesem Kreis kennen wir einander, sehen uns beim Kritisieren in die Augen und mögen uns viel zu sehr, um dabei unter die Gürtellinie zu treffen. Vielmehr ist respektvoller Umgang miteinander gefragt. Schließlich wendet in den Texten so mancher sein Innerstes nach außen.

Im Internet gibt es zahlreiche Foren, in denen sich Schriftsteller und Möchtegerns zusammenfinden, um sich auf ähnliche Art und Weise auszutauschen. Man kann darin Stunden verbringen beim Lesen und Diskutieren, die einem dann wiederum zum Schreiben fehlt. Wer dieses Medium als für sich geeignet betrachtet, um Anregungen zu erhalten, wird für sich selbst das passende Maß an Aktivität finden müssen.

In den letzten Wochen habe ich mir drei dieser Schriftstellerforen näher angeschaut, mich dort angemeldet und mehr oder weniger fleißig mitgeschrieben. Ausgesucht hatte ich sie aufgrund der Hinweise im Uschtrin-„Handbuch für Autorinnen und Autoren“. Diese Auswahl ist rein subjektiv. Ich werde sie hier in der Reihenfolge meiner Lieblingsforen vorstellen und darauf verzichten, Informationen aus dem Uschtrin-Handbuch zu wiederholen.

42erAutoren

http://www.42erautoren.de/

Der 42erAutoren e.V. ist eine Schriftstellervereinigung. Hier kann man ganz regulär Vereinsmitglied werden. Wie das geht, erfahrt ihr auf deren Homepage.

Neben dem Forum, das ich gleich erörtern möchte, gibt der Verein eine Online-Zeitschrift heraus, den zweiundvierziger, er veranstaltet einen Literaturwettbewerb, den Putlitzer-Preis, und ist inhaltlich verantwortlich für den Autorenkalender, der jährlich im Uschtrin-Verlag erscheint und neben Adressen und Nützlichem rund um den Literaturbetrieb aktuelle Themen aufgreift und in Gastbeiträgen bekannter Autoren thematisiert.

Doch nun zum Forum der 42erAutoren. Es ist für Jedermann zugänglich, mit Hilfe eines Formulars kann man sich registrieren lassen. Bei mir hat die Freischaltung nicht mal einen halben Tag gedauert. Dann ist man drin und kann mitreden.

Autorentreff

Im öffentlichen Bereich, der auch nicht angemeldeten Benutzern zugänglich ist, findet man zahlreiche Informationen rund um den Literaturbetrieb, die Verlagssuche, Buchvorstellungen, Antworten auf Fragen zu Stil, Grammatik, Figurendarstellung und vieles mehr. Bei Neulingen wird es sehr gern gesehen, wenn sie sich im „Vestibül“ zunächst kurz vorstellen, bevor sie mitdiskutieren oder gar eigene Texte zum Besprechen in der sogenannten „BT-Runde“ anmelden.

Autorenburg

Dieses interne Forum ist nur Mitgliedern nach vorheriger gesonderter Freischaltung zugänglich. Die Autorenburg ist in die Genres Lyrik und Prosa eingeteilt, für beides kann man sich „bewerben“. Das ist in der Regel kein Problem. Hier geht es jetzt ans Eingemachte. Man kann Texte einreichen (bis zu 30 Normseiten Länge) und sie den zumeist sehr wohlgesonnenen Mitschriftstellern zum Fraß vorwerfen. Und die kauen gründlich. Die Anregungen und Hinweise, die man hier erhält, sind bisweilen Gold wert. Schon aus dem Lesen der eingereichten Texte und der dazu geposteten Anmerkungen kann man viel für die eigene Arbeit herausziehen. Man merkt deutlich, dass den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Sache sehr am Herzen liegt. Jede Woche gibt es einen neuen Besprechungstext (BT). Einem Kalender kann man entnehmen, welcher Autor als Nächstes dran ist, in einer der sogenannten BT-Runden auseinandergenommen zu werden.

Laut Benutzerliste sind zurzeit ca. 550 Personen im Forum angemeldet. Davon sind nicht alle aktiv. Darunter sind teilweise bereits veröffentlichte Autoren oder solche mit ernsthaften Ambitionen, von deren Erfahrungen jeder Neuling profitieren kann. Der Ton ist sachlich und freundlich, man kennt sich untereinander und ist Neuen gegenüber aufgeschlossen.

Fazit: Hier fühle ich mich aufgenommen und aufgehoben. Diesem Forum werde ich auf jeden Fall treu bleiben.

Federfeuer

http://www.federfeuer.de/

Es ist die Hölle der Textkritik. Das jedenfalls sagen die Betreiber des Forums von sich. Und da ist was dran. Hier werden die Texte geröstet, gebrutzelt und so lange auf dem heißen Grill gewendet, bis nur noch das Geschmackvollste eines Textes übrig bleibt. Das allerdings auf freundliche Weise, schließlich stecken hinter all den Röstteufeln harmlose, nette Schriftsteller und solche, die es gern werden wollen.

Man muss allerdings höllisch Glück haben, um überhaupt erst einmal in die Hölle zu gelangen. Die Betreiber öffnen die freie Registrierung nur an den ersten Tagen eines Monats und so gelang es mir erst im August, mich dort anzumelden.

Die Qualität der allgemeinen Informationen zum Schriftstellerhandwerk, zum Literaturbetrieb, zu Verlagen und Agenturen etc. steht der in den beiden vorher genannten Foren in nichts nach. Nur ganz wenige Foren sind den Mitgliedern vorbehalten, alles andere kann von Jedermann gelesen werden, auch das Purgatorium, nach Genres eingeteilte Foren, in denen man eigene Texte zum Rösten zur Verfügung stellt. Und das Grillen geschieht fachgerecht. Übrigens muss man 10 gezählte Beiträge auf seinem Konto haben, bevor man einen eigenen Text im Purgatorium vorstellen darf. Beiträge allgemeiner Natur, wie die Begrüßung neuer Mitglieder, zählen dabei nicht als vollwertige Beiträge. So will man erreichen, dass Autoren ihr Wissen auch den anderen Mitgliedern zur Verfügung stellen und nicht nur mal eben einen Text einstellen, sich Anregungen abholen, und dann wieder verschwinden.

Das Federfeuer hat etwa 180 Mitglieder. Davon scheint die Mehrzahl jüngeren Alters zu sein und sich vorwiegend für Fantasy, Science-Fiction und Kurzgeschichten zu interessieren. In meinen bevorzugten Genres ist das Forum etwas dünn bestückt. Der Umgangston ist freundlich und sachlich, die Vokabeln aus der Hölle sind für meinen Geschmack gewöhnungsbedürftig.

Fazit, und zwar mein ganz persönliches: Dem Federfeuer werde ich nicht treu bleiben, jedoch einzig aus dem Grund, dass es zu wenige Krimiautoren darin gibt. Und da die Schreibenszeit gut aufgeteilt werden will, heißt es, Prioritäten zu setzen.

Weitere Foren

Montségur-Autorenforum

http://autorenforum.montsegur.de/

Schon das Lesen in diesem Autorenforum bringt dem Schreiberling so einiges. Will man mitreden, muss man sich bewerben. Die Schriftstellergemeinschaft nimmt nicht jeden auf. Das gewährleistet den Anspruch auf hohe Qualität. Hier diskutieren die Profis. Hier konnte ich bisher nur lesen. Ob ich auch irgendwann mal mitschreiben darf?

Deutsches Schriftstellerforum (DSFO)

http://www.dsfo.de/

Ein reichhaltiger Fundus an Informationen, dies ganz sicher. Immerhin tummeln sich hier über 4300 Mitglieder. Das war mir für den Einstieg in die Welt der Schriftstellerforen dann doch zu viel des Guten. Wer mit diesem Forum Erfahrungen gesammelt hat und dies hier liest, der ist herzlich eingeladen, davon in Form eines Kommentars zu berichten.

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