Qindie – das Gütesiegel für verlagsunabhängige Bücher

Nachtrag 12. Juli 2013

Ich habe mich aus dem Autorenkorrektiv Qindie zurückgezogen. Das hat nichts mit der Idee von Qindie zu tun oder gar mit den dort versammelten Autorinnen und Autoren. Qindie lebt vom Miteinander aller, die neue Bewerber um Mitgliedschaft anhand von Büchern, Leseproben, Webseiten etc. sichten und die Qualität ihres Schaffens bewerten. Ich schaffe es nicht, mich daran in adäquater Weise zu beteiligen.

Vielleicht ändert sich das eines Tages. Vielleicht “qindiefiziere” ich meine Bücher dann wieder. Bis dahin halte ich der Idee und den Autorinnen und Autoren meine Treue und unterstütze sie auf meine Weise. So oft und so umfangreich, wie ich kann.

 

Quindie - Das AutorenkorrektivHeute (1. Mai 2013) ist Q-Day! Heute präsentiert sich das Autorenkorrektiv Qindie erstmals der Öffentlichkeit.

Qindie? Was ist das?
Qindie = Qualität + Independent
http://www.qindie.de

Autoren, die verlagsunabhängig ihre Bücher publizieren, also Self-Publisher, haben sich zusammengeschlossen, um es dem Leser leichter zu machen, qualitativ ansprechende Texte zu finden. Ein Blick auf das Cover genügt. Ist das Qindie-Siegel drauf? Das große “Q” mit dem “indie” dahinter? Dann bekommt er etwas für sein Geld.

Zum Netzwerk von Qindie zählen Blogger, Rezensenten, Buchportale, Grafiker, Lektoren. Auch neobooks, eine der größten Plattformen für Self-Publishing, wird mit Qindie zusammenarbeiten.

Warum ich ein Qindie geworden bin? Weil ich – wie alle anderen Qindies auch – gute Bücher liebe. Als die Initiatoren Susanne Gerdom mich ansprach, entschied ich mich sofort dafür.

Es gibt viele Gründe, warum man als Autor seine Bücher unabhängig von einem Verlag publiziert. Natürlich sähe ich es gern, wenn meine Krimiminis in einem der großen Publikumsverlage erschiene, wenn sie DIE Topp-Titel wären, für die eine ganze Marketing-Maschinerie ins Rollen gebracht würde. Aber die Aussichten sind schlecht. Sehr schlecht. Warum?

  • Die Krimiminis sind nicht regional verortet, und das, wo der Regiokrimi boomt.
  • Die Krimiminis sind für Kurzgeschichten zu lang und für Romane zu kurz.
  • Alles, was kürzer ist als ein gängiger Roman, möchten weder Agenturen noch Verlage angeboten haben.

Deshalb: “Ich bin ein Qindieaner!”

 

Nach der Buchmesse

Mein erster Buchmessenbesuch seit mehr als sechs Jahren stand unter völlig anderen Vorzeichen als meine bisherigen Besuche. Waren sie früher eine willkommene Abwechslung von der Bibliothekarbeit, hieß es in diesem Jahr: Kontakte pflegen. Und zwar zu Autorinnen und Autoren sowie Verlagsmenschen, die ich bisher nur virtuell kannte aus Foren und von E-Book-Plattformen.

Ich fand es spannend, zu den Büchern, die ich als unbedarfte Bibliothekarin damals nur als bedrucktes Papier in den Regalen sah, nun auch ihre Schöpfer zu treffen und einige davon mit ihren Werken abzulichten. Dazu zählten zum Beispiel:

Wobei sich die Werke der zuletzt Aufgeführten nicht einmal in den Regalen befunden hätten – denn wie stellt man E-Books aus? Dafür sind die Autorinnen äußerst real. Getroffen habe ich auch den zweiten Preisträger des 1. Deutschen E-Book-Preises, der von satzweiss.com und der Agentur Chichilli ausgelobt wurde. Schade, dass ich die Preisverleihung nicht abgewartet habe, Thomas. Herzlichen Glückwunsch Dir und allen anderen Preisträgern.

Euch alle werde ich künftig mit ganz anderen “Ohren” in den Foren lesen. Beinahe so wie nach einer Lesung. Wenn ich später ein Werk des Autors zur Hand nahm, höre ich den Text beinahe mit seiner Stimme.

Darüber hinaus gab es ein Wiedersehen mit Ex-Kolleginnen uns Frankfurt, viele anregende Gespräche und neue Impulse für meinen “Düsternmord”. Manchmal genügt ein Fetzen, ein Wort, ein Gedanke, um die eingefahrenen Überlegungen zur Überarbeitung in neue Fahrwasser zu lenken.

Und natürlich wurde der Voyer in mir mehr als bedient. Gleich am Freitagvormittag saß am Stand von S. Fischer Peter Stamm, dessen Erzählungen “Seerücken” ich gerade erst zwei Abende zuvor beendet hatte. Dem Impuls, hinzugehen und “Hallo” zu sagen, konnte ich gerade noch widerstehen. Er gehört zu den Schriftstellern, die mir aus seinen Texten seltsam vertraut erscheinen, obwohl ich den Menschen dahinter natürlich nicht kenne. Dennoch: Mir kommt es vor, als wären wir alte Bekannte. Ihm winkte, den Rollkoffer schon in der Hand, Feridun Zaimoglu, der mir in den Holtenau-Arkaden in Kiel schon einmal begegnet ist, und Alice Schwarzer, flankiert von zwei Pressedamen, kam mir durch die Kalenderausstellung entgegen.

Zurückblickend: Eine lohnende Buchmesse und ein gelungener Ausflug.

Jubel, Trubel, Kollegenzeit

Die Buchmesse in Frankfurt wirft ihre Schatten voraus. Die Fahrt ist geplant, das Online-Ticket gebucht, meiner Stippvisite am Freitag, 14. Oktober 2011, steht nichts mehr im Weg.

Auf Buchmesse in diesem Jahr freue ich mich besonders, nicht nur, weil ich in Frankfurt alte Kolleginnen treffen werde. Jede Menge neue Kolleg/innen der schreibenden Zunft werden für mich endlich ein reales Gesicht erhalten. Bisher kenne ich sie nur aus diversen Internetplattformen.

  • Um die Mittagsstunde erkenne ich sie hoffentlich, wenn sie Silke Porath am Stand von Schwarzkopf & Schwarzkopf (Halle 4.1 D148) bei ihrerLesung lauschen, die werten 42er-Autor/innen.
  • Und am Stand von neobooks (Halle 3.1 F149) treffe ich um 15.30 Uhr einige Autorinnen, die bei neobooks aktiv sind. Ich freue mich auf euch und auf das neobooks-Team.
  • Welche Begegnungen werden sich noch ergeben?

neobooks-Shop online

Nicht mehr ganz taufrisch, dafür noch immer spannend: Die Plattform für Manuskriptablieferung des Droemer-Knaur-Verlags neobooks.com besitzt jetzt einen Shop. Jeder Autor/jede Autorin kann darin Texte zum Verkauf anbieten. Hier sind einige Eckdaten, wie sie auch in den neobooks-FAQ nachzulesen sind:

  • Erlös: 70% des Nettoerlöses bleiben beim Urheber, also beim Autor bzw. der Autorin. 30% behält neobooks für das Vorhalten der Plattform. Zudem fallen 0,30 € pro Transaktion an.
  • Natürlich zahlt der Käufer Mehrwertsteuer in Höhe von 19% (jawohl, E-Books werden mit dem vollen Steuersatz belegt). Die Erlöse für den Autor und die Plattform berechnen sich jedoch vom Nettopreis.
  • Umsatzsteuerpflichtige Autoren können über neobooks noch nicht verkaufen.
  • 40% des Textes sind als Leseprobe für jedermann sichtbar. Damit der Leser nicht die Katze im Sack kauft.
  • Wer den neobooks-Shop mit seinen Texten bestückt, kann das gleichzeitig auch anderswo tun, z. B. bei Xinxii oder vergleichbaren Plattformen. Der Autor bzw. die Autorin muss nur darauf achten, überall den gleichen Preis zu verlangen wegen der Buchpreisbindung.
  • Dass ein Autor sein Werk über den neobooks-Shop verkauft, hindert ihn nicht daran, den Text gleichzeitig in den Wettbewerb zu schicken, der vierteljährlich die beliebtesten 10 Texte auf den Lektoratstisch bei Droemer-Knaur katapultiert.
  • Wenn man einen Verlag gefunden hat, dann sollte man den Text allerdings aus dem Shop entfernen, es sei denn der Verleger gestattet das ausdrücklich.

Inzwischen ist der Shop recht gut bestückt. Die Texte trudelten innerhalb kurzer Zeit ein. Diese Option der Autorenselbstvermarktung scheint gut angenommen zu werden. Wie gut die Umsätze sich gestalten, kann ich nicht sagen. Dazu war von neobooks kein Statement zu bekommen. Klar eigentlich. Geschäftsgeheimnis …

Literatur as you go …

Im Gehen schreiben oder Geschichten erzählen und sie vielleicht gehend nachvollziehen? Wer weiß, ob die Kurzgeschichten, um die es hier geht, im Gehen geschrieben werden? Das ist auch egal. Auf jeden Fall soll man sie im Gehen lesen können (eBook, Smartphone-App). Denn am Ende wird ein Geflecht aus den Geschichten verschiedener Protagonisten entstehen, die sich hier und da über den Weg laufen könnten. Geschichten als Stadtplan – oder der Stadtplan als Inspiration für eine Geschichte?

Spannend klingt es auf jeden Fall, was Euryclia-Initiatorin Marion Schwehr da ins Leben gerufen hat. In ihrem Weblog und auf der Facebook-Seite “Streetview Literatur”L berichtet sie von den Fortschritten des Projekts. Mitmachen kann jeder, der die Teilnahmebedinungen erfüllen will. Es gibt keine Themenvorgabe, nur soll die Kurzgeschichte von einer Person handeln (personaler Erzähler oder auktoriale Perspektive) und davon, was sie erlebt, denkt, überlegt, erfährt, während sie durch die Straßen einer Stadt läuft.

Also, liebe Mitschreiber: Ran an die Tasten und Texte schicken. Ich bin sehr gespannt, was daraus wird.