Autobahn, allgegenwärtig

Zwetschgenbaum

Genaues Zeichnen: 9.10.16, Tour de Windräder (Elgersbach, Donnertrift, Schiebelberg, Laufzeit: 2 h)

Sonnenstrahlen tasten die Äcker ab wie Suchscheinwerfer; könnten sie anhalten, leuchteten sie vielleicht den Gelbsenf aus, der am Hang gegenüber ihres Küchenfensters blühte, oder die Streuobstwiese, die man von ihrem Wohnzimmerfenster aus sehen konnte, und wo die Schatten der Obstbäume im Gras lagen wie riesige Lollipops.

Die Hügel, Kuppen und Berge entfernten sich in sich abschwächendem Blau, bis von den höchsten Erhebungen der Rhön nur noch eine Ahnung übrig war, die in den durchbrechenden Sonnenstrahlen allmählich verwusch.
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Krimihelden: Im Kopf des Killers – Tony Hill + Carol Jordan

Der Sirenengesang des Ermittlergespanns der schottischen Autorin Val McDermid suchte mich auf dem Flughafen von Cancun heim, als ich in einer Buchhandlung nach Lektüre für den langen Heimflug suchte. 2002 erschien der erste Band der Serie „The Mermaids Singing“ (dt.: „Das Lied der Sirenen“). Der Name der Autorin sagte mir nichts, wahrscheinlich zog mich das türkis-silbrige Cover der englischen Originalausgabe in seinen Bann. Und die ersten Sätze. Wie sie es oft tut, lässt McDermid im ersten Fall für Hill und Jordan den Täter als Ersten zu Wort kommen.

„You always remember the first time. Isn’t that what they say about sex? How much more true it is of murder.”
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Krimihelden: Vom alten Rom bis ins mittelalterliche England

Die „Fünf Freunde“ von Enid Blyton waren es wohl, die bei mir den Funken gezündet haben für eine Leseleidenschaft, die bis heute anhält. Rätsel lösen, Geheimnissen auf die Spur kommen, Verbrecher dingfest machen, Gerechtigkeit herstellen. Darum geht es doch in Krimis, oder? Meistens jedenfalls.

Aus dem „Fünf-Freunde“-Alter bin ich schon sehr lang heraus. Aber meine Arbeit in einer großen deutschen Universitätsbibliothek machte es möglich, dass der Kriminachschub nie abriss. Einige meiner liebsten Krimihelden möchte ich hier vorstellen, in zeitlicher Reihenfolge ihres Handelns in der Weltgeschichte.
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Es läuft nicht

Nichtschreiben ist wie Nichtlaufen. Nach spätestens vier Tagen fangen die körperlichen Beschwerden an: ein diffuses Ziehen im Bauch (sitzt hier das schlechte Gewissen?), der Ansatz von Kopfschmerzen und – das untrüglichste Zeichen – eine Unruhe inwendig, die meine Extremitäten zappeln und mich von einem Ende der Wohnung zum anderen tigern lässt oder sieben Mal in der Minute vom Sessel aufstehen, auf dem ich es mir Mal um Mal gemütlich gemacht habe. → weiterlesen