Haus am Strand

Verrückt.
Heute mache ich etwas anders.
Ich mache etwas, damit etwas anders wird.
Die Wohnung.
Ich verrücke.
Den Kleiderschrank schiebe ich aus dem Fenster.
Die Badewanne schiebe ich neben das Bett.
Die Stühle schiebe ich allesamt in die Küche.
Den Backofen schiebe ich dahin, wo einmal der Fernseher war.
Die Bücher schiebe ich aus den Regalen und baue Türme daraus.
Das Haus schiebe ich auf den See.
Den Korbsessel schiebe ich hinaus auf die Terrasse.
Zuletzt schiebe ich mir einen Schemel unter die Füße und genieße den Ausblick aufs Wasser.
Wolken schieben Wind heran.
Wind schiebt das Haus voran vom See in den Fluss.
Der Fluss schiebt das Haus hinaus aufs Meer.
Die Wellen schieben das Haus auf den Strand.
Meine Füße schieben den Sand zu einem Wall um mein Haus.
Ich schiebe das Dach zur Seite, damit ich vom Bett aus die Sterne sehen kann.
Ich schiebe den Mond in die Mitte des Himmels.
Jetzt gehört die Welt mir.
Verrückt.

(Foto: 12019/pixabay.com)

Windrad 2

Ich hätte mir einen anderen Ort ausgesucht. Die Wahl hat mir niemand gelassen. Es ist laut hier und dreckig. Ein Rauschen erfüllt die Luft, und in dem Rauschen ist Gift. 

Das war anders, als ich damals herkam. Damals wehten die Winde noch lauer. Wir hatten Wochen voller Regen und Sonne im Laub, beides in harmonischem Wechsel. Jetzt müssen wir monatelang fasten. Da liegt ein Tal zu unseren Füßen. Ein Bach plätscherte hindurch. Sie haben das Tal zugeschüttet, den Bach in Rohre geschnürt. Wer weiß, ob er je wieder das Licht des Tages sieht. Sie haben Wege gepflastert und zubetoniert. Sie wollten rasch von hier nach dort.

Aber wollten sie diesen Lärm?

Ich begrüße die Morgensonne in meinem Osten und die Windräder in meinem Norden. Es wird ein weiterer trockener Tag. Ich stelle mir vor, ich lausche dem Bach zu unseren Füßen plätschern. Unsere Vögel höre ich kaum noch. Wir tun unser Bestes und füttern sie.

Sie wollten rasch von hier nach dort. Aber wollten sie diesen Lärm?