Windrad 2

Ich hätte mir einen anderen Ort ausgesucht. Die Wahl hat mir niemand gelassen. Es ist laut hier und dreckig. Ein Rauschen erfüllt die Luft, und in dem Rauschen ist Gift. 

Das war anders, als ich damals herkam. Damals wehten die Winde noch lauer. Wir hatten Wochen voller Regen und Sonne im Laub, beides in harmonischem Wechsel. Jetzt müssen wir monatelang fasten. Da liegt ein Tal zu unseren Füßen. Ein Bach plätscherte hindurch. Sie haben das Tal zugeschüttet, den Bach in Rohre geschnürt. Wer weiß, ob er je wieder das Licht des Tages sieht. Sie haben Wege gepflastert und zubetoniert. Sie wollten rasch von hier nach dort.

Aber wollten sie diesen Lärm?

Ich begrüße die Morgensonne in meinem Osten und die Windräder in meinem Norden. Es wird ein weiterer trockener Tag. Ich stelle mir vor, ich lausche dem Bach zu unseren Füßen plätschern. Unsere Vögel höre ich kaum noch. Wir tun unser Bestes und füttern sie.

Sie wollten rasch von hier nach dort. Aber wollten sie diesen Lärm?